Über Massentierhaltung

Jedem sollte der Begriff "Massentierhaltung" schon einmal untergekommen sein. Nur: was versteht man darunter? Einfach nur Tiere, welche in großem Maßstab gehalten werden, und bis zu Ihrer Schlachtung (wobei „Ermordung“ hier wohl faktisch besser passt..), ein schönes leben haben?

Ich habe mich einmal mehr mit diesem Begriff Massentierhaltung beschäftigt, und möchte in diesem Artikel einmal ausführen was „Massentierhaltung“ eigentlich genau bedeutet.
Angefangen etwa bei den Legehennen, die ihr kurzes Leben in meist fensterlosen Hallen, in Gruppenkäfigen, die bis zu acht Etagen hoch sind, in denen sich ca. 22 Hühner einen Quadratmeter teilen müssen. Bereits der Gestank in solchen Hallen ist unerträglich, und die geforderte Legeleistung der Hennen kann schon nach 14- 18 Monaten von diesen nicht mehr erbracht werden. Die dann fürs „Legegeschäft“ unbrauchbaren Hennen wandern somit in den Suppentopf. Auch die Käfigbatterien, wo einer Henne einen Platz von einem DIN A-4 Blattes zur Verfügung gestellt wird, und die Henne obendrein auf Gittern stehen muss.. . Viele Tiere sterben an Stress, Infektionen, Knochenerkrankungen und was das Käfigdasein noch so an Unheil für die Tiere bereithält.

Die Hühner werden brutal in enge Transportkisten gepackt, und anschließend ebenso brutal aus den Kisten wieder heraus gezerrt. Dabei brechen nicht selten auch schon mal einige Knochen der Hühner, sowie die Flügel. Ganz abgesehen von den schmerzen, die solch ein Tier bereits dabei erleidet. In der „weiteren Verarbeitung“ hängt man sie in die Haken eines Fließbandes, um sie zu einem elektrischen Wasserbad zu befördern und zu betäuben. Aber auch das gelingt nicht immer, wie man auch in den Medien schon einmal sehen konnte. Wenn die Hühner kleiner sind oder den Kopf anheben werden sie nicht betäubt, und kommen bei vollem Bewusstsein an jenem elektrischen Messer an, bei welchem sie vorher schon ansehen mussten, was mit ihren Artgenossen passiert. Sollten auch hier noch welche überlebt haben, kommen noch lebende wie auch die tote Tiere in ein Brühbad, und anschließend in die Rupfmaschine.

Den Puten werden ohne Betäubung die Schnäbel abgeschnitten. Da die Brust das begehrteste und zugleich teuerste „Produkt“ ist, und speziell dieses gemästet wird, können die Knochen, Beine und Sehnen mit dem Wachstum nicht mithalten. Puten und auch Enten können deshalb nach ungefähr 22 Wochen nur noch über den Boden rutschen oder auf ihrer Brust liegen.


Auch bei Kühen und Kälbern sieht es nicht anders aus.
Diese werden meist in Holzverschläge gesperrt, in welchen sie sich nicht bewegen können. Sie bekommen kein Wasser, sondern eine Brühe aus Magermilchpulver, Talg, Fett und viel Salz. Durch das viele beigemischte Salz bekommen die Tiere noch mehr durst, und trinken dadurch immer mehr von dieser Brühe. Somit erreichen sie dann in kurzer Zeit ihr Schlachtgewicht. Diese Tiere sehen das Sonnenlicht das allererste Mal auf dem Weg zum Schlachter. Ungefähr jede 7. Kuh kommt trächtig zum Schlachter und stellt so auch eine zusätzliche Einnahmequelle für die Pharma- und Kosmetikindustrie dar. Die Kälber werden dann aus der Fruchtblase geschnitten, dem noch schlagenden Herz wird mit einer Nadel Blut abgezapft, um mit diesem die Pharma- und Kosmetikindustrie so wie auch Forschungslabore zu beliefern.

So verenden jährlich Millionen ungeborener Kälber.

Schweine werden in sehr großen Gruppen von Rund 80- 300 Tieren auf Gitterrosten gehalten. Sie haben kein Einstreu, was zu Gelenkschäden führt. Sonnenlicht wird auch ihnen in aller Regel nicht zugestanden. Die Säue werden künstlich befruchtet und während ihrer 15 wöchigen Schwangerschaft werden sie auf engstem Raum bei Dämmerlicht gehalten. Zum gebären werden sie in einer speziellen Box festgebunden, außer „hinlegen und wieder aufstehen“ wird ihnen keine Bewegungsfreiheit zugestanden.

Die Ferkel werden bis zu einem alter von 4 Wochen ohne Betäubung kastriert. Dazu werden die Beine auseinander gespreizt und fixiert und die empfindliche Haut, die die Hoden schützt, mit einem Messer aufgeschnitten und die Hoden herausgezogen und abgeschnitten.
Diese Ferkel erleiden immense Schmerzen und zittern am ganzen Körper. Die meisten übergeben sich vor Schmerzen. Nicht selten kommt es zu Entzündungen, die durch mangelnde Hygiene entstehen, was aber der „massenhaltende Bauer von heute“ flugs mit Antibiotikum behandelt.


Ich könnte das Thema noch weiter ausführen, und auf das ganz ähnliche Schicksal von Schafen, Kaninchen, Wild und auch Fischen ausdehnen.

Die Frage, ob dieses den Tieren zugefügte Leid „sein muss“, werden viele vielleicht spontan mit „nein“ zu beantworten geneigt sein. Auf der anderen Seite führt auch die „Geiz ist geil“ -Mentalität vieler Zeitgenossen zu exakt solchen Zuständen. Insbesondere auch zuvorderst das „Geiz ist geil“ der Produzenten, welchen sich ihr eigener Geiz als Garant für ihre Profite erweist. Ein weiteres Paradebeispiel dafür, dass sich (tierisches) „Elend“ und (menschlicher) „Profit“ mitunter aufs beste zu ergänzen vermögen. Auf Seiten der Konsumenten: Viele Discounter bieten Fleisch und Wurstwaren, aber auch Eier und Milchprodukte für ein paar Cent an. Wer aus der „werten Kundschaft“ denkt schon darüber nach, welchen Preis die Tiere für die „Sonderangebote“ der Kunden zu zahlen hatten.

Wie groß wäre wohl das Geschrei der Konsumenten, wenn diese Produkte teurer würden, aber die Tiere dafür während der doch recht kurzen Zeit ihres Daseins ein besseres Leben hätten?

Wie sollte es anders sein, geht es den oben angesprochenen Fällen um den größtmöglichen Profit. Je weniger in das Wohlergehen eines Tieres investiert wird, desto mehr bleibt – so geht kapitalistische Ökonomie eben- unterm Strich an „Gewinn“. Für „Tiere“ ist dabei „Gewinn“ schlicht nicht vorgesehen.

Armes Deutschland!

Video zur Entenmast (klick)