Nachwuchs/Aufzucht


Kleine Vorgeschichte:

 

Am 06.05.2010 gab es bei mir überraschenderweise Zwergwachtel-Nachwuchs. Überraschend deswegen, da ich im glauben war, das aus den Eiern nichts schlüpfen kann, da ich diese wie die Jahre davor auch "behandelt" hatte, nur diesmal klappte es so nicht wie gedacht.

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(0.1 Henne)                                                                                        (1.0 Hahn)

So kam ich also am späten Nachmittag wieder ins Vogelzimmer und sah 2 Küken auf dem Boden liegen. Der Hahn hatte wohl gleich die 2 erst geschlüpften heftigst attackiert und eines fürchterlich zugerichtet welches auch gleich tot war. Das zweite regte sich noch als es in meiner wärmenden Hand war und schien nur „oberflächlich“ am Kopf eine kleine Wunde zu haben, welche ich erstmal versorgt habe.
Der Hahn wurde erstmal getrennt von der Henne, da diese noch auf weiteren 5 Eiern saß wovon 2 schon angepickt waren wie ich sehen konnte. Das verletzte Küken legte ich auf ein Zewatuch mit Rotlicht zurück, nachdem es vorher schon damit aufgewärmt wurde.
Am späten Abend schlüpfte ein weiteres und ich legte das verletzte Küken erstmal zur Henne wo es gleich unter Muttern kroch. Leider musste ich Tags drauf feststellen das es mehr Schäden davongetragen hatte als zuerst angenommen. Es konnte nicht laufen und zeigte später auch noch Kopfschütteln mit zittern am ganzen Körper. So musste es trotz aller Bemühungen es auf die Beine zu bekommen erlöst werden, um ihm weiteres Leid zu ersparen.

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(kurze Zeit nach dem Schlupf)                                                         (kein schöner Anblick: vom Hahn zu tode gehackt)

An dem Abend sind demnach noch 2 Küken geschlüpft und am nächsten morgen habe ich eines noch rechtzeitig finden können. Die Henne hatte mittlerweile das Nest verlassen und die 2 verbliebenen Eier aus dem Nest befördert. Aus dem einen Ei ist noch ein Küken geschlüpft welches ich schon etwas ausgekühlt und noch feucht gefunden habe. Dieses habe ich erstmal in eine Box unter Rotlicht gesetzt und nachdem es fit und munter war, sowie lautstark piepste zu der Henne gesetzt. Das letzte Ei war bereits ausgekühlt und das Küken ist im Ei gestorben, hatte es somit nicht mehr aus dem Ei geschafft. Ein Küken verstarb in der zweiten Nacht im Alter von 2 Tagen und somit verblieben leider nur 3 Küken von 7 Eiern.
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                                                                     (Eierschale nach Schlupf)

Erstmal musste ich schleunigst zusehen die Voliere unterhalb dicht zu machen, denn die kleinen „Hummeln“ konnten zwischen den Gittern entkommen. Also erstmal die entflohenen Küken einsammeln, in ein geeignetes Behältnis  setzten wo sie nicht rauskommen konnten und die Gitter provisorisch mit Pappe ringsum zugemacht und einige Lücken mit Zewa (wird öfter erneuert) abgedichtet. Vor dem Zwischengitter, welches den Hahn von der Henne trennte, habe ich noch Plexiglas zwischengeschoben, damit demnach kein Küken zum Hahn gelangen kann.

Ich hatte es vorher noch versucht den Hahn wieder zur Henne und ihren Küken zu lassen, nur hatte es wohl nicht sollen sein. Erst wurde Henne getreten und gejagt, dann wurde nach den Küken gehackt, somit beließ ich es dabei diesen zu trennen. Normalerweise sind die Hähne ganz fürsorgliche Väter und kümmern sich sehr gut um ihren Nachwuchs. Aber leider gibt es auch solche die es nicht tun und ihren Nachwuchs attackieren wie in meinem Fall.
Da ich meine Voliere in der Mitte trennen kann haben sie ständigen Sichtkontakt was ganz wichtig ist. Die Henne legt sich meist direkt am Zwischengitter hin und läuft somit nicht ständig nervös und nach dem Hahn suchend auf und ab, ist somit ruhiger. Der Hahn tut gleiches auf seiner Seite und kann das ganze beobachten.


Küken und Aufzucht:

Da Hühnervögel Nestflüchter sind, verlassen die Küken ca. 12 Std. nach dem Schlupf schon das Nest . Für die Henne ist dieser Moment eine stressige Situation, da sie meistens noch auf Eiern sitzt. Meist verlässt sie dann das Gelege und kümmert sich nicht mehr um die verbliebenen Eier, sondern um den Nachwuchs. So ist es auch in meinem Fall geschehen, wodurch eines im Ei starb und ich eines noch rechtzeitig geschlüpft gefunden hatte.
Am ersten Tag fressen die kleinen in der Regel noch nichts, da sie noch vom eingezogenen Dottersack zehren. Jedoch bekommen sie von den Eltern schon gezeigt was sie alles futtern können.

Fütterung:

Als Wasserspender sollte man eine ganz Flache Schale (Blumenuntersetzer) oder einen kleinen Deckel von z.B. einem Marmeladenglas reichen, in dem man noch Kiesel oder Steine reinlegt. Auch kann man 2 Blumenuntersetzer unterschiedlicher Größe in einanderstellen (kleineres mit der Unterseite in das Größere gestellt). Die Kleinen sollten nur aus den „Ritzen/Zwischenräumen“ Wasser trinken können. Die Gefahr besteht sonst das die Küken darin ertrinken können, oder eben nass werden und stark unterkühlen, was ebenfalls tödlich enden könnte.
Das Wasser wird mehrmals täglich gewechselt und gereinigt.

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(z.B.1- Marmeladendeckel mit Steinen)                        (z.B..2- Blumenuntersetzer verschiedene Größen)

Als Futter reiche ich (ebenfalls in flacher Schale) in der ersten Zeit Exotenfutter (sind kleine Körner- da Henne aufzieht), Aufzuchtfutter für Wachteln, Insektenfutter und mische vor allem Backmohn drunter. Der Mohn soll u.a. verhindern das die Küken Durchfall bekommen, was häufig eine Todesursache ist. Ferner schabe ich Sepiaschale mit über das Futter und gebe auch etwas Vitamine (Korvimin) dazu.  Das Futter sollte  vorallem eiweißreich sein und auch abwechslungsreich.
Da sehr viele die leidige Erfahrung gemacht haben, das die Küken -wenn Badesand zur Verfügung stand-, diesen gefressen haben und daran gestorben sind, sollte man in der ersten Zeit am besten erst gar keinen Sand zur Verfügung stellen. Ich mische für die Verdauung etwas Grit dem Futter bei.

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(Futterbeispiel - Exoten/Wachtelfutter (Quiko Bob), Insekten-Patee, Mohn und Sepiakalk)

Die Küken folgen nun immer der Henne, die durch „bug-bug-“ Laute ständig Kontakt zu ihnen hält und erkunden so mit ihr die Umgebung. Zum wärmen gehen die Kleinen unter die Flügel der Eltern, was man auch als hudern bezeichnet. Schon nach wenigen Tagen kann man die ersten Federkiele an den Flügeln der Küken erkennen, die mit ca 7 Tagen die ersten Federn zum vorschein bringen.Mit ca 14 Tagen sollten die Flügelfedern bereits voll ausgebildet sein und mit ca 4 Wochen voll befiedert. Im Alter von ca 5-6 Wochen sind sie unabhängig von den Eltern und müssen mit 10-12 Wochen von den Eltern getrennt werden.

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(6 Tage alt - man kann die ersten Kiele sehen)                         (10 Tage alt - schon einige Federn)

Die Henne kümmert sich bei mir prima um die Küken und verteidigt diese auch. Komm ich einem der kleinen zu nah, was sich nicht immer so ganz vermeiden lässt, geht die Henne auch zum Angriff über. Dabei stellt sie die Flügel seitlich ab (plustert diese auf) und rennt -in meinem Fall war es die Hand- darauf zu und hackt nach.

Inzwischen sind die Kleinen 10 und 11 Tage alt und erkunden auch schon mal alleine etwas die Umgebung, wobei die Henne immer ein wachsammes Auge auf die Jungen hat.

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(auf dem Bild sind die Küken 10 und 11 Tage alt)                                         (12 und 13 Tage alt)

 




Wachtelküken 6 und 7 Tage alt







Insziwchen sind die Küken 14 und 15 Tage alt und haben von der Größe her auch schon gut zugenommen. Die Befiederung ist bis auf den Kopf fast vollständig, zumindest bei den hellen. Sie laufen und erkunden inzwischen auch schon immer mehr alleine die Umgebung.

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(14 und 15 Tage alt - die 2 hellen sind schon bis auf den Kopf fast vollständig befiedert)

Unter das Futter mische ich noch Bachflohkrebse mit unter den ich teilweise noch etwas kleiner brösel. Ein kleines Stück
Gurke (halbiert) oder fein geschnittenes Stk Salat wurde auch gut angenommen.

Vorgestern hat es einer geschafft (wie keine Ahnung) aus der Voliere zu entkommen. Ich vermute das er gesprungen oder geflattert ist und etwas höher im Käfig durch die etwas breiteren Gitter entweichen konnte, die an den Ecken recht groß sind mit einem Abstand von ca. 1,6cm. Es ist gar nicht so einfach die wieder einzufangen. Sie können rennen so flink wie ein Wiesel und fliegen wie eine Hummel =).
Ergo musste ich mich wieder dran machen nach oben gelegene Ecken abzudichten. Wenn sie so weiter wachsen, düfte es bald nicht mehr möglich sein, ein Schlupfloch zu finden.


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(Auf dem Bild sind sie inzwischen 19 und 20 Tage alt)

Inzwischen sind die Kleinen ganz schön gewachsen wenn man bedenkt wie winzig sie waren als sie geschlüpft sind. Unter die Flügel der Mutter passen sie auch nicht mehr ganz, quetschen sich zum Teil halb darunter oder schmiegen sich ganz eng neben ihr an.
Bei den 2 hellen fängt so langsam das Gefieder am Kopf an zu wachsen, sprich die ersten kleinen Federchen sind schon sichtbar. Das vordere Küken im Bild ist das besagte "Außreißerküken", welches mehr als einmal der Voliere entwich. Mittlerweile durfte ich es öfter von der anderen Seite wieder rausholen wo der Hahn ist, da es über das Trenngitter flatterte. Ich hatte das Gitter quer eingeschoben, da noch andere Bewohner in dem Käfig leben und somit den kompletten Platz zum fliegen weiterhin haben.

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(23 und 24 Tage alt)

Die kleinen Wachteln sind nun schon 23 und 24 Tage alt und wie man sehen kann wird bei den hellen das Gefieder stellenweise dunkler. Was es für Farbschläge sein werden kann ich (noch) nicht sagen, bezüglich der Geschlechter würde ich sagen das die helleren wohl Hähne sind, zumindest ist eines am Bauch schon leicht rötlich gefärbt, sowie der Kehlansatz weiß wird.
Mal weiter schauen wie sie sich weiter entwickeln.Mittlerweile habe ich denen auch eine Schale mit Badesand gereicht, was sie zusammen mit Muttern ausgiebig genießen.


 

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(Auf den Bildern sind sie 25 und 26 Tage alt. Bei dem einen kann man schon gut den weißen Ansatz sehen am Hals)

Wie man auf dem 2. Bild sehr gut erkennen kann, zeigt ein helles schon mal einen weißen Kehlfleck. Dieses ist auch von der Brust her mehr rötlich, was schon mal auf einen Hahn hindeutet. Ich denke demnach das beide helle schon mal Hähne sind, bei dem dunklen bin ich mir noch nicht sicher. Ich denke in einigen Tagen werde ich es mit Sicherheit wissen, schaun wir mal.

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(Inzwischen sind sie 28 und 29 Tage alt)

So, mal wieder ein aktuelles Bild, zumindest von den 2 hellen, da das dunkle nicht wollte. Auf dem Bild kann man denke ich schon ganz gut erkennen was es geschlechtlich ist. Ich würde demnach sagen das beide helle Hähne sind. Bei dem im Vordergrund kann man die rote Brust schon sehr gut sehen, auch das sie eine Maske wie bei den Hähnen üblich (zumindest je nach Farbschlag, da es auch welche ohne Maske gibt) bekommen.
Bei dem dunklen, sprich wildfarbenen, bin ich mir noch nicht sicher, vermute das es eine Henne ist. Genau weiß ich es noch nicht und werde noch was abwarten müssen.


Es wird mal wieder Zeit für ein paar neue Bilder. Bei dem dunklen hat sich einiges getan, so das man nun auch gut erkennen kann das es eine rote Brust bekommt, was bedeutet das auch dieses ein Hahn sein sollte. Nun ja, mal schauen wie sie sich weiter entwickeln,  jetzt erst mal aktuelle Fotos.

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(auf den Bildern sind sie inzwischen 32 und 33 Tage alt)

Hier noch mal eines vom dunklen (wildfarbigem) Jungtier
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(man kann gut erkennen das auch bei diesem die Brust rot wird)

 


 



An dieser Stelle nur mal wieder einige Bilder der mittlerweile doch schon großen.
Sie sind inzwischen 34 und 35 Tage alt und machen die Voliere schon länger unsicher.
Wie man sehen kann scheinen sie alle die Hahnenmaske und rote Brustansätze zu bekommen.

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Mal wieder einige Neuigkeiten der Rasselbande. Da die Henne inzwischen anfing die Jungtiere zu rupfen, habe ich sie heute komplett aus der Voliere entfernt und getrennt von den Eltern gesetzt in die andere Voliere. In der anderen leben meine Kanarien, der Napoleonweber und die 2 letzten Zebrafinken. Die drei haben somit auch mehr Platz und es klappt ganz gut mit den anderen Bewohnern. Die Jungtiere haben immer noch Sicht-und Rufkontakt zu den Eltern.

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(44 und 45 Tage alt - da die Henne (Mutter) gerupft hatte fehlen einige Federn, die aber schnell nachwachsen..)


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(und noch der dritte im Bunde..)



So, es ist mal wieder einige Zeit vergangen  und mal wieder an der Zeit neue Bilder hier einzustellen. Inzwischen sind sie knapp 8 Wochen alt. Die kahlen Stellen, wo die Henne gezupft hatte, sind auch wieder alle befiedert. Es wird fleißigst gekräht (sprich Wachtelschlag geübt), gerne auch mal in der Nacht, seufz. Nun ja, früh übt sich eben, wer mal Meister werden will.

Jetzt aber erst mal ein paar Bilder..
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(würde sagen, er gleicht ganz dem Papa)




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(einmal alle 3 zusammen)

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(links war das dunkle Küken, rechts ein helles)

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(beide helle Küken heute)

Wie man sehen kann, haben sie sich prima entwickelt und sind doch recht hübsche Kerlchen geworden.
Nun kommt so langsam aber sicher doch die Zeit, bald mal abschied zu nehmen. Auf das sie dann ihre "große Liebe" finden und selber mal für Nachwuchs sorgen können.
Aber noch ist es ja nicht so weit....





Die 3er Bande ist nun knapp 10,5 Wochen alt und es wird jetzt doch mal Zeit das sie ein neues Zuhause finden. Am Wocheende werden sie mich verlassen und ich hoffe das sie ein schönes zu Hause haben werden und mit ihren Hennen selber mal für Nachwuchs sorgen. Wünsche ihnen schon jetzt alles gute für ihr weiteres Wachtelleben!

Hier die letzten Bilder der 3:

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(das war mal eines der helle Küken, Kehlfarbe mehr grau)

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(hier noch mal von der anderen Seite)

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(hier noch eins von den hellen (li) und rechts das dunkle Küken)

10Wo_7164
(hier das dunkle Küken)

Ich finde aus den kleinen Hummel haben sie wunderschöne Hähne entwickelt. Es war für mich ein schöne Erfahrung, wenn auch nicht alles schön war und reibungslos verlief. Wie das totpicken durch den Hahn (Vater) sowie auch getrennte aufwachsen ohne diesen usw. Dennoch habe ich die Zeit, in der die kleinen Hummel aufwuchsen, sehr genossen.