Gouldamadine

Gouldamadine

Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Familie: Prachtfinken (Estrildidae)
Gattung: Gouldamadinen (Chloebia)

 

Gouldamadine Henne wildfarbigGouldamadinen Hahn SK

0.1 Henne wildfarbig SK 1.0 Hahn wildfarbig SK



Beschreibung:

Die Gouldamadine erreicht eine Körperlänge von gut 11 cm sowie eine Schwanzlänge von 3 bis 4 cm. Das Rückengefieder sowie die Flügeldecken sind überwiegend grünlich. Die Brust ist lila bis fliederfarben und setzt sich deutlich von der gelblichen Bauchfärbung ab. Zum Schwanz hin wird die Bauchfärbung deutlich heller. Bürzel und die oberen Schwanzdecken sind bläulich gefärbt. Die braunen Augen sind mit einem hellblauen Lidring umrandet. Innerhalb einer Population kann es zu drei verschiedenen Kopffärbungen kommen. Es gibt neben der schwarzen Kopffärbung noch die rote und die gelbe Kopffarbe. Diese unterschiedliche Kopffärbung ist durch ein schwarzes Band vom restlichen Gefieder abgetrennt, das sich vom Hinterkopf bis zur Kehle erstreckt. Insgesamt sind weibliche Vögel weniger intensiv gefärbt und besitzen eine schwarze Schnabelspitze, wohingegen die Schnabelspitze beim Männchen gelblich oder rot ist.

Die tagaktiven Vögel leben in zum Teil sehr großen Schwärmen. Die Nacht verbringen sie auf ihren Schlafbäumen auf dünnen Ästen um vor den feinden sicher zu sein. Zu den Fressfeinden zählen insbesondere Schlangen und Greifvögel, bei Jungtieren können Ameisen gefährlich werden, da diese die Brut auffressen können. Aber auch andere Reptilien bedrohen oft die Brut.

 

Verbreitung:
Die Vögel sind im Norden Australiens zu Hause. Vor allem außerhalb des tropischen Regenwaldes in der Cape York-Region, im Northern Territory und im nordwestlichen Queensland sind sie zu beobachten. Sie bevorzugen ein ausgesprochen heißes Klima von bis zu 45° C und einer Luftfeuchtigkeit von ca. 90%. Die Nähe von Wasserstellen ist für die Gouldamadinen daher lebensnotwendig.


Ernährung:
In ihrer natürlichen Umgebung ernähren sich Gouldamadinen hauptsächlich von Sämereien und Insekten aller Art. Während der Brutzeit fressen sie überwiegend Insekten. Um zu trinken suchen sie nahe gelegene Wasserstellen auf. Dabei nehmen sie sehr schnell eine große Menge Wasser durch so genanntes Saugtrinken auf. Dabei werden notwendige Mineralstoffe über kleine Erdklümpchen aufgenommen.

Meine Gouldamadinen bekommen Exotenfutter, welches aus verschiedenen Sämereien besteht wo ich noch Knaulgrassamen untermenge. Salatgurke, Salat und auch anderes Obst werden auch gerne genommen. Gouldamadinen sind da sehr wählerisch und es kann auch sein das sie das Angebotene Obst/Gemüse nicht annehmen. Was die Gouldamadine nicht kennt, frisst sie auch nicht. In diesem Fall immer wieder aufs Neue anbieten. Ansonsten sollten Mineralien und Grit immer zur Verfügung stehen.


Fortpflanzung:
Die Geschlechtsreife wird bereits mit vier Monaten erreicht. Zur ersten Brut kommt es aber erst mit Beginn des zweiten Lebensjahres. Die Brutzeit beginnt mit der Regenzeit in ihren natürlichen Lebensräumen, wo sie zum Teil in großen Kolonien brüten. Gouldamadinen sind Höhlenbrüter, die ihre Nester vorzugsweise in Astlöchern oder Löchern im Stamm von Eukalyptusbäumen bauen. Ausgepolstert werden die Nester mit allerlei weichem Material. Je nach Ausgiebigkeit der Regenzeit kann es zu mehreren Bruten kommen.
Ein Gelege besteht aus durchschnittlich sechs Eiern, die von beiden Elternteilen über einen Zeitraum von vierzehn Tagen ausgebrütet werden. Die geschlüpften Jungen sind anfangs noch nackt. Sie werden vorzugsweise mit kleinen Insekten sowie mit Sämereien gefüttert. Bei der Aufzucht der Brut helfen auch noch nicht geschlechtsreife Vögel aus der Vorbrut. Nach rund drei Wochen ist ihnen ihr Jugendgefieder gewachsen, ab dem 24. Tag verlassen sie zeitweise ihr Nest. Mit 38 bis 40 Tagen sind sie dann selbständig, verbleiben aber bis zur Geschlechtsreife im Familienverband. Die Mauser zum Erwachsenengefieder erfolgt nach rund drei Monaten. Die Lebenserwartung liegt bei ca. 8 bis 10 Jahren.

Gouldamadinen KükenGouldamdinen KükenGouldamadinen Küken

Die besten Erfahrungen habe ich mit Wellensittichkästen gemacht die komplett geschlossen sind. Als Nistmaterial sollte man glatte Kokosfasern in der Länge von 20 - 25cm nehmen. In meinem Fall wurde auch Wiesenheu mit verbaut, welches sich die Gouldamadinen von meinen Wachteln genommen haben. Alles andere was an Nistmaterial im Handel angeboten wird - wie Scharpie, Baumwolle- sollte man nicht benutzen. Die Gefahr des Strangulierens der Küken oder verheddern dieser ist einfach zu groß. Ferner kann es auch passieren das die Eier überbaut werden und somit die Embryos absterben können und vieles mehr.

 

Kurze Geschichte der Gouldamadinen:
1887 kamen die ersten Gouldamadinen nach England und ca. 1896 nach Deutschland.
Die ersten nachgewiesenen Zuchten über mehere Generationen wurden von dem Engländer P.W. Teague (1930 - 1946) bekannt. Bis zum Ende der 50er Jahre wurden etwa pro Jahr 25000 Prachtfinken in Australien gefangen und in die Welt verschifft.
Seit 1960 herrscht in Australien ein strenges Ausfuhrverbot für Tiere aller Art.

Mittlerweile sind Gouldamadinen in Australien selten geworden, so das gezielt durch Züchtung versucht wird den Bestand wieder zu regulieren.