Ektoparasiten

Ektoparasiten sind Schmarotzer, die sowohl in als auch auf der Haut leben können. Dann gibt es wiederum welche, die ständig auf dem Wirt parasitieren und welche die ihn nur für die Nahrungsaufnahme oder für die Entwicklung benötigen.
Alle Ektoparasiten gehören zur Familie der Arthropoden und unterteilen sich in  Spinnentiere wie Zecken und Milben und Insekten wie Haarlinge, Läuse, Flöhe.

Häufig ermöglicht erst eine Resistenzschwäche nach einer allgemeinen Infektion oder beispielsweise ein Befall mit Endoparasiten einen massiven und damit pathologischen Befall mit Ektoparasiten. Mangelhafte Ernährung, Pflege und Haltung der Tiere begünstigen ebenfalls eine massive Besiedlung. Ferner auch durch andere Störungen wie Stress und ein geschwächtes Immunsystem.

Als Ektoparasiten bezeichnet man also alle Parasiten die sich äußerlich am Tier wie auf der Haut oder dem Gefieder befinden. Die Luftsackmilben die ich hier als letzten Punkt mit aufgeführt habe, sind nicht äußerlich am Tier zu finden.

 

1. Rote Vogelmilbe (Dermanyssus gallinae):

  • Diese Milbenart gehört zu den häufigsten Ektoparasiten. Die Entwicklung folgt vom Ei über ein Larvenstadium und zwei Nymphenstadien zu Erwachsenen die eine Länge con ca. 0,6-1mm, sowie eine Breite von ca. 0,3-0,6mm erreichen.
  • Die Entwicklungsdauer vom Ei zur adulten Milbe beträgt bei Temperaturen von ca. 24-26°C ca. 7-12 Tage, bei Temperaturen von ca. 28-34° C nur noch ca. 5-10 Tage. Die adulten Milben bleiben ca. acht Wochen lebensfähig, wobei es auch möglich ist das sie mehrere Monate ohne Nahrung in Schlupfwinkeln überstehen können.
  • Die Rote Vogelmilbe ernährt sich ausschließlich vom Blut des Wirtes und wird überwiegend nur in den Nachtstunden aufgesucht. Tagsüber verstecken sich die Parasiten in Schlupfwinkeln, wie etwa Holzritzen, Nester und zwischen den Ritzen der Sitzstangen.
  • Wie verhält sich unser Tier:
  • Besonders nachts sind die Tiere sehr unruhig, putzen sich ständig das Gefieder, haben Rötungen und starken Juckreiz durch die Milbenstiche. Bei starkem Befall kann es sein dass das Gelege verlassen und nicht mehr aufgesucht wird. Nestlinge können Entwicklungsstörungen zeigen oder auch Tod durch folge von Entkräftung. Milben können beim Saugakt Salmonellen, Pasteurellen, Clamydien und Viren übertragen.

 

2. Nordische Vogelmilbe (Ornithonyssus sylviarum)

  • Diese Ektoparasiten sind in Europa eher von geringer Bedeutung. Im Gegensatz zur Roten Vogelmilbe bleibt die nordische Vogelmilbe auch tagsüber auf dem Wirt.
  • Befallen werden hierbei hauptsächlich die adulten Tiere, wo sich die Milben überwiegend in den Konturfedern aufhalten. Die Eier legt die nordische Vogelmilbe im Kopf und Bauchgefieder ab. Die Entwicklung verläuft im Grunde genauso ab wie bei der Roten Vogelmilbe, jedoch beträgt die Zeit zum adulten nur rund 5-7 Tage.
  • Wie verhält sich unser Tier:
  • Gleich wie bei der Roten Vogelmilbe, ebenso können beim saugen Blutparasiten, Bakterien und Viren übertragen werden.

 

3. Federlinge (Mallophagen)

  • Federlinge sind ca. 1-3mm lange, sechsbeinige und flügellose Insekten die meist bräunlich gefärbt sind. Der Kopf ist breiter als die Brust und der Hinterleib länglich. Federlinge besitzen Mundwerkzeuge mit denen sie die Keratinsubstanz der Federn und abgestorbenen Hautschichten abfressen.
  • Die Entwicklung findet im Gefieder der Wirtstiere statt, nachdem die Eier am Federschaft oder zwischen den Federästen angepappt wurden. Die Larven schlüpfen etwa nach 1 Woche und sind mit ca. 3-5 Wochen Geschlechtsreif. Die Federmilben haben eine Lebenserwartung von ca. 3 Monaten.
  • Wie verhält sich unser Tier:
  • Die Tiere sind unruhig und zeigen typische Fraßmuster im Gefieder. Ein Befall von Federlingen verläuft bei gesunden Tieren meist ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen, allerdings kann es bei jungen oder geschwächten Tieren sowie bei Tieren die z.B. eine Schnabeldeformation haben und sich nicht richtig putzen können, zu einer Anämie führen bis hin zum Tod.

 

4. Kalkbeinmilbe/ Fußräude (Knemidokoptes mutans)

  • Das Männchen der Kalkbeinmilbe ist etwa 0,25mm groß und das Weibchen erreicht in etwa 0,4- 0,5mm. Die kleinen eher runden Milben besitzen vier stummelförmigen Beinpaare die beim Weibchen mit Krallen und beim Männchen mit Haftscheiben versehen sind.
    Die Vermehrung verläuft lebendgebärend durch absetzen sechsbeiniger Larven in den Hauptbohrgängen. Innerhalb von ca. 20 Tagen /Männchen und ca. 26 Tage/Weibchen wird das Adultenstadium erreicht. Befallen werden überwiegend die unbefiederten Stellen des Ständers und der Zehen.
  • Wie verhält sich unser Tier:
  • Da beim eindringen der Milbe die Haut mit Reizung und Entzündung reagiert, bedingt durch die Stoffwechselprodukte der Milbe, in deren Folgen sich die gereizte Haut bis auf mehrere mm verdickt und sich eine weiß-graue kalkartige Beläge ausbilden, leidet das Tier unter starkem Juckreiz und Unruhe. Ein Ausbruch der Kalbeinmilben begünstigen zudem ein Vitamin- A Mangel als auch mangelhafte hygienische Bedingungen.

 

5. Federspulmilben (Syringophilus bipectinatus)

  • Federspulmilben sind etwa 0,8x 0,15mm groß und kommen überall auf der Welt bei Federtieren vor. Befallen werden meist die Federspulen der großen Schwung- und Steuerfedern die im inneren wie mehlig gefüllt erscheinen und ein vermehrter Federausfall kann möglich sein. Die Übertragung erfolgt meist durch Körperkontakt wenn zu Beginn der Mauser die Milbe eine befallene Federspule verlässt und in eine neue wachsende Feder eindringt.

 

6. Federbalgmilben (Hapyrhynchus nidulans)

  • Federbalgmilben sind etwa 0,4x 0,3mm groß und befallen überwiegend Tauben und kleinere Vogelarten.
  • An den Federbälgen führen kleine Knoten und zystische Auftreibungen zu Dermatiden (Hautschädigungen) und lokal begrenztem Federverlust. Die Heranreifung der Eier findet in den befallenen Federbälgen und meist in den oberen Hautschichten statt. Die Entwicklung der Eier ist meist mit 4 Wochen abgeschlossen.

 

7. Luftsackmilben (Sternostoma tracheacolum)

  • Die Luftsackmilben weisen eine Größe von rund 0,7x 0,4mm auf und ist meist von gelblich-brauner Farbe. Die Klauen des ersten Beinpaares sind zu Scheren umgewandelt mit denen sie sich während des Blutsaugens auf den Schleimhäuten der Wirtstiere festhalten. Wie der Name der Milbe vermuten lässt, parasitiert diese in den Luftwegen und Luftsäcken.
  • Die Weibchen setzen im Lungengewebe die embryonierte Eier ab aus denen dann die Larven schlüpfen, die sich über 2 Nymphenstadien zu adulten Milben entwickeln, wobei der Generationswechseln binnen 3 Wochen abgeschlossen ist. Die Übertragung erfolgt oral über das Trinkwasser durch aushusten der Milben sowie durchs füttern der Jungtiere oder Partners.
  • Wie verhält sich unser Tier:
  • Ein schwacher Milbenbefall bleibt meist symptomlos, jedoch treten bei starken Befall Heiserkeit, pfeifende- rasselnde Atemgeräusche die besonders nachts zu vernehmen sind, Husten, würgen, Kopfschütteln bei geöffnetem Schnabel, Niesen und Röcheln auf. Weiterhin sind die Tiere abgemagert und weisen häufig auch kahle Gefiederstellen auf. Unbehandelt kann das Tier an Entkräftung sterben. Bei kleineren Vögeln kann man bei Gegenlicht mittels Durchleuchtung der Trachea die Milben in Form von dunklen Punkten erkennen.