Endoparasiten

Kokzidien (Coccidia) Kokzidiose

Kokzidien zählen zu den Sporozoen (Sporentierchen – das sind einzellige Parasiten, die infektiöse Oozysten produzieren und einen charakteristischen Generationswechsel durchlaufen, bei dem sich geschlechtliche und ungeschlechtlich vermehrende Zellen abwechseln) und gehören der Gattung Eimeria an.
Sie kommen bei Haustieren wie Hunde, Katzen, Kaninchen, Ziervögeln aber auch bei Geflügel vor.

Wellensittichen: Eimeria dunsingi
Kanarien: Isospora canaria
Tauben: Eimeria columbarum und Eimeria labbeana
Prachtfinken und Singvögeln (Wildvögeln): Isospora lacazei

 

Die Infektion erfolgt über die Aufnahme von kotverschmutztem Futter über das, die mit dem Kot ausgeschiedenen unsporulierten (unreife/nicht infektiöse) Oozysten (befruchtete Eizelle der Sporozoen) aufgenommen werden. Die Oozysten sind außerordentlich umweltstabil und können ca. 1 Jahr infektiös bleiben. Aus einer einzelnen Oozyste können mehrere tausend neue hervorgehen.

Sie reifen in der Außenwelt unter dem Einfluss von Feuchtigkeit und Wärme innerhalb von wenigen Tagen heran. Begünstigt wird die Erkrankung durch Hygienemängel, feuchte Einstreu, einen verschlammten stallnahen Bereich, aber auch durch Mangelernährung, den Befall mit weiteren Parasiten und Überbesatz.

Kokzidien durchlaufen ihren Entwicklungszyklus ausschließlich im Darm und dringen da tief in die Darmwandzellen ein.

Im Stadium der Merozoiten (ungeschlechtliche Vermehrung) werden Darmzellen zerstört und Organe wie Leber, Niere und Darm geschädigt. Zu ihrer Entwicklung benötigen die Kokzidien das Vitamin B, welches zum Teil im Darmtrakt der Vögel produziert wird. Bei starkem Befall kann somit dem Wirt das Vitamin B entzogen werden und er kann mit zentralnervösen Störungen wie Kopfzittern, Kopfverdrehen, wackliger Gang und Flug die Symptome eines Vitamin B Mangels aufweisen.

 

Wie macht sich das bemerkbar:

Die Kotkonsistenz ist meist wässrig bis schleimig, schaumig, übel riechend und oft von grüner Farbe, zum Teil auch mit Blut durchsetzt. Ferner kommt es zur Apathie, Schwäche und Abmagerung wodurch die Tiere an Entkräftung sterben können. Zentralnervöse Störungen durch Vitamin B Mangel.

Da die Darmschleimhaut infolge der Kokzidien zerstört wird, können sekundäre virale oder bakterielle Infektionen auftreten.

 

Was tun wir dagegen:

Der Bestand muss vom Tierarzt behandelt werden. Es ist nötig, den Stall/ Volieren zu reinigen und die Einstreu auszutauschen. Im stallnahen Bereich muss der Boden 10cm tief ausgetauscht werden.